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Lehnwort ArtikelEin Lehnwort ist ein Wort, das einer anderen Sprache entlehnt ist. In dem Unterschied zu dem Fremdwort, dem der fremdsprachige Ursprung noch anzumerken ist, ist das Lehnwort in Schreibung, Lautung und Betonung so weit an den Sprachgebrauch der Absichtsprache angepasst, dass es nicht oder kaum mehr als fremd wahrgenommen wird. Lehnwörter, die vor der 2. Lautverschiebung in die deutsche Sprache aufgenommen wurden, haben diese mitgemacht und sind darum von Erbwörtern überhaupt nicht mehr zu unterscheiden. (Bsp. Palatin > Pfalz).
Bei der Zuordnung eines Lehnwortes zur Ursprungsprache (siehe untenstehende Liste) kommt es nicht darauf an, aus welcher Sprache das Wort tatsächlich ursprünglich kommt, sondern nur, aus welcher Sprache heraus es in das Deutsche übernommen wurde. Beispielsweise wurde Kiosk aus dem Französischen "kiosque" entlehnt; der Ausdruck wiederum gelangte aus dem Türkischen in das Französische, wobei das Türkische zuvor den Begriff aus dem Persischen übernommen hat.
Neben den Lehnwörtern gibt es auch Lehnbedeutungen, Lehnbildungen, Scheinentlehnungen und Falsche Freunde.
- Beim Lehnwort wird das Fremdwort in Klang und Schriftbild an die eigene Sprache angeglichen, beispielsweise Fenster aus dem Lateinischen fenestra oder Grenze aus dem Slawischen (z.B. polnisch granica).
- Bei einer Lehnbedeutung wird die Bedeutung eines fremden Wortes übernommen und auf ein einheimisches Wort übertragen. Das gotische daupjan mit der Grundbedeutung untertauchen bekam unter dem Einfluss des griechischen baptizein die Bedeutung jemanden durch Untertauchen zu dem Christen machen (taufen), und das deutsche Wort schneiden erhielt vom englischen Ausdruck to cut a person die Zusatzbedeutung jemanden Ziellich nicht kennen.
- Bei der Lehnbildung gibt es drei Varianten:
- die Lehnübersetzung, wo ein meist zusammengesetztes Fremdwort Glied für Glied übersetzt wird: Beispiele sind Großvater von französisch grandpère oder Flutlicht vom englischen flood light.
- die Lehnübertragung, wo die fremden Bestandteile teilweise übersetzt werden, z.B. Wolkenkratzer von englisch skyscraper (wörtlich Himmelskratzer) oder Fernsprecher von Telephon (Fern-Klang).
- die Lehnschöpfung, wo unabhängig vom fremden Wort eine entsprechende deutsche Wortneubildung stattfindet um das Fremdwort zu ersetzen, z.B. Kraftwagen statt Automobil oder Wasserglätte statt Aquaplaning.
- Scheinentlehnungen sind Wörter, die so klingen, als kämen sie aus einer fremden Sprache, in dieser Sprache aber nicht existieren, z.B. Friseur (französisch coiffeur), Handy (englisch mobile), Smoking (englisch dinner jacket).
Ein Xenismus (v. griech.: xenos fremd) ist ein Wort oder eine Wortbildung, das eine neue Bedeutung aus einer fremden Sprache in die eigene Sprache hineinträgt, oder den Begriff der eigenen Sprache ersetzt oder verdrängt. Z.B. bedeutete "realisieren" in der deutschen Sprache stets "verwirklichen"; unter dem Einfluss des englischen "to realise" wird es aber stets mehr als Synonym für "bemerken" benutzt.
So wie die deutsche Sprache zu jeder Zeit durch fremde Begriffe verändert wurde, finden ebenso Germanismen in anderen Sprachen Aufnahme.
Lehnworte nach Ursprungssprachen | |
Beispiele:
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- lynchen - trampen
Buch-Tipp: Deutsch und anders. Die Sprache im Modernisierungsfieber Die Zwiebelfisch-Kolumnen auf höherem Niveau In dem ersten und umfassendsten Kapitel setzt sich Zimmer mit der Pidginisierung der deutschen Sprache auseinander, die heute weitestgehend in Anglisierung ausartet. Dieser erste Teil ist wohl der beste des Buchs, der uns -teilweise mit einem Augenzwinkern- nahelegt, die Sprache der Medien einmal zu hinterfragen... |
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(hier: Übertragungen in das Englische)
- Blitz - Blitzkrieg - Dachshund - Gesundheit (als Ausspruch wenn jemand niest) - Gedankenexperiment - Hinterland - Kindergarten - Kitsch - Rucksack - Sauerkraut - Schadenfreude - Waldsterben - Weltanschauung - Weltschmerz - Zeitgeist - Zugzwang - Zwieback - to abseil - über/uber
- Austriazismus
- da man in Österreich deutsch spricht, kann es in der deutschen Sprache keine Fremd- und Lehnwörter aus Österreich geben. Es ist ca. möglich, dass
- Wörter aus dritten Sprachen über die Österreichische Regionalsprache in die allgemeine deutsche Sprache übernommen wurden, z.B. (aus dem Ungarischen) Gulasch.
- Wörter, die aus einem österreichischen Dialekt oder aus der österreichischen Umgangssprache stammen, sich schließlich über die österreichischen Landesgrenzen hinaus verbreiteten.
- Helvetismus: Es gilt dasselbe wie unter "Austriazismus".
Buch-Tipp: Heimweh, Kitsch & Co. Die ganze Welt liebt deutsche Wörter gut recherchiert Das sachliche Buch der Autorin ist gut zu lesen und bringt reichlich Überraschungen. Auf humorvolle Weise geht sie ebenso auf die unterschiedlichen Kulturen wie auch auf eventuell vorhersehbare Bedenken der Leser ein. Ihre Art der Wörterforschung ist gut recherchiert und vielfältig aufgebaut. Nicht ca. Zitate aus Literatur und... |
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Buch-Tipp: Romanische Entlehnungen in den westmitteldeutschen Mundarten Um ausführliche Informationen zum Buch " Romanische Entlehnungen in den westmitteldeutschen Mundarten" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet. |
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Buch-Tipp: Slawisches im deutschen Wortschatz Das Buch " Slawisches in dem deutschen Wortschatz" ist leider ohne Beschreibung. Klicken Sie auf den Link über diesem Text um zu der Seite des Buchhändlers zu gelangen. Beim Klicken ö ffnet sich automatich ein neues Fenster mit dem Entsprechenden Buch. |
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- Lehnübertragung, Lehnübersetzung, Erbwort, Falsche Freunde, Fremdwort, Internationalismus (Sprache), Neologismus, Pseudoentlehnung, Rückentlehnung, Scheinentlehnung, Sprachpurismus,
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